Lernvikariat

Das Lernvikariat ist die vierzehnmonatige Brücke zwischen universitärer Ausbildung und kirchlichem Dienst. Es verbindet das Praktikum in der Kirchgemeinde mit universitären Kursteilen. An seinem Ende wechseln Vikarinnen und Vikare von der begleiteten in die selbständige Berufsarbeit und gelangen von der Ausbildung in die Phase eigenverantworteter Weiterbildung und Spezialisierung.

Das Vikariat schafft in seinen Gemeindeteilen Raum für die Erprobung und Entwicklung grundlegender Kompetenzen und Fertigkeiten. Kurse ermöglichen die individuelle und gemeinsame Reflexion einzelner Bereiche. Die intensive Begleitung durch ausgebildete Ausbildungspfarrpersonen und Supervision durch Praxisberatende sorgen für die individuelle Verfeinerung und Auffächerung der allgemeinen Lernziele. Eine Reihe von Qualifikationsgesprächen, Praxisvollzügen und theologischen Reflexionen geben den prüfenden Institutionen die Möglichkeit, Fähigkeiten und Entwicklungen mitzuverfolgen und zu qualifizieren.

Voraussetzungen zur Aufnahme in das Lernvikariat sind das universitäre Masterexamen einschliesslich des Praktischen Semesters. Auskunft über weitere Möglichkeiten für Interessierte ohne  Masterabschluss mit Praktischem Semester gibt das Merkblatt über die Zulassung zum Lernvikariat (PDF, 195KB). Anträge über eine Aufnahme ins Lernvikariat ohne Masterabschluss mit Praktischem Semester sind nach einem Gespräch mit dem Leiter des Praktischen Semesters bei diesem einzureichen. Er leitet diese dann weiter an den Ausbildungsrat.

Wer das Lernvikariat absolvieren will, meldet sich bis spätestens am 31. Dezember des Vorjahrs unter Beifügung sämtlicher Unterlagen bei der KOPTA an. Der Ausbildungsrat weist die Vikariatsplätze auf Antrag der KOPTA definitiv zu. Der verbindliche Zeitplan wird jeweils fünf Monate vor Vikariatsbeginn publiziert. Das Vikariat beginnt am 1. August und dauert bis am 30. September des darauffolgenden Jahres. Zeiten in der Kirchgemeinde wechseln sich ab mit Kurstagen und -wochen an der Universität. Es wird strukturiert durch die Eingangsqualifikation im Oktober, die Zwischenqualifikation im Januar und die zeitgleich mit den Prüfungen des Staatsexamens stattfindende Schlussqualifikation im September. Die Ordination folgt jeweils im November.

Das bernische Lernvikariat wird durch das Bestehen des Gemeindepraktikums (in der Kompetenz des Ausbildungsrats) und durch das Staatsexamen (in der Kompetenz der gemischten Staatsexamenskommission) abgeschlossen und schafft die Voraussetzung für die (kirchliche) Ordination und die (staatliche) Wählbarkeit.